Unterschriftaktion im Erzbistum

6.269 Unterstützer haben im Erzbistum Bamberg die Petition gegen Armut unterzeichnet, die von 44 nationalen Caritasverbänden in Europa formuliert wurde. Das ist nicht nur die größte Anzahl unter allen deutschen Bistümern, sondern auch mehr als ein Viertel aller in Deutschland gesammelten Unterschriften. Als Teil von insgesamt 170.000 Unterschriften aus ganz Europa übergab sie die Generalsekretärin von Caritas Internationalis, Lesley-Anne Knight, an die belgische EU-Ratspräsidentschaft.

Die deutsche Caritas hat gemeinsam mit 43 anderen Caritasorganisationen zum Europäischen Jahr 2010 gegen Armut die europaweite Kampagne „Zero Poverty – Gemeinsam gegen Armut“ mit vielen Aktivitäten und einer Petition gegen Armut durchgeführt. Eine der Forderungen der Petition zielte darauf ab, die Anzahl der Kinder, die in Familien unterhalb der Armutsgrenze leben, bis 2015 zu halbieren. Deshalb hatte der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg den Start der Unterschriftenaktion mit dem Weltkindertag am 20. September verbunden. Pfarreien, Kindertagesstätten und kirchliche Einrichtungen beteiligten sich an der Aktion.

Die EU hatte das Europäische Jahr 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung ausgerufen, weil ein Ziel der Lissabonstrategie, Armut und soziale Ausgrenzung bis 2010 entscheidend einzudämmen, verfehlt worden war. Im zurückliegenden Jahr sollte deswegen verstärkt auf die Existenz von Armut und sozialer Ausgrenzung aufmerksam gemacht. Diese Themen sollten auf die politische Tagesordnung in allen Ländern gesetzt werden

Der Deutsche Caritasverband beklagt allerdings, dass das Europäische die Wahrnehmung der Nöte und Ängste von Menschen, die von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind, nicht entscheidend verändert habe. Das Thema Armut müsse daher in Europa auf der Tagesordnung bleiben. Insbesondere fordert die Caritas, jenseits der Diskussion um die Regelsätze für Arbeitslosengeld II-Empfänger eine breite Debatte über Ursachen und Auswirkungen von Armut und die zur Bekämpfung notwendigen politischen Entscheidungen zu führen.

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