Weihnachtsspende

Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg verzichtet auch 2019 auf den Versand von Weihnachtsgrüßen und spendet stattdessen an das Projekt, das wir Ihnen hier vorstellen: 

Planning for Real: Nimm Deine Stadt in die eigene Hand

Samstagvormittag auf einer kleinen öffentlichen Grünflache im Fürther Süden. An spontan aufgestellten Tischen und Bänken treffen sich Menschen aus der Nachbarschaft zu selbstgebackenem Kuchen. Das Quartiersbüro der Caritas Fürth, das zum mobilen Nachbarschaftstreff eingeladen hat, steuert Kaffee und Sitzgelegenheiten bei. Im Zentrum des Treffens sind mehrere Tapeziertische und ein aus Holzstücken gefertigtes „Puzzle“ aufgebaut, um das sich neugierig die Leute drängen und bunte Steine, Symbolschildchen und stilisierte Bäume, Brunnen, Fahrräder oder das, was man gerade aus Pfeifenstopfern basteln kann, platzieren.

„Da wohn ich und da drüben bin ich geboren!“, „Eine laute Straße, war sie schon immer, aber seit die Bäume weg sind, ist es noch schlimmer geworden“ – „Aber die sind doch schon zwanzig Jahre fort!“ – „Des macht’s doch net besser?! Da muss wieder mehr Grün hin!“, „Dahinten, da ist Platz! Da steht die ganze alte Halle leer, da könnt mer was draus machen! Da g’hört a Spielplatz hin!“, „Da is mei Wohnung und bis dahinten hin muss ich fahren, wenn ich amal a Butter brauch!“

Die Idee der Quartiersarbeiterinnen der Caritas Fürth, wie Menschen sich anregen lassen, dass sie sich für ihren Stadtteil einsetzen, ist sprichwörtlich wirk-sam: „Planning for Real“ heißt das Konzept. Es bietet den Menschen im Stadtteil die Möglichkeit, real auf die Entwicklung ihres Lebensumfeldes Einfluss zu nehmen und dabei selbst bei der Gestaltung aktiv zu werden – erst im Kleinen, dann im Großen. Dazu werden visuelle Hilfsmittel, ein dreidimensionales Modell sowie verbale als auch nonverbale Medien genutzt.

Friederike Süß, Quartiersarbeiterin der Caritas Fürth, erklärt: „Als Modell haben wir gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe einen interaktiven und intuitiven Stadtplan der Fürther Südstadt entwickelt und gebaut. Ergänzend hierzu gibt es prägnante Gebäude, die im 3D-Druck-Verfahren entstehen. Dieser Stadtplan wird für Aktionen in der Nachbarschaft eingesetzt. Denn gemeinsam etwas betrachten und diese Erfahrung zu kommunizieren, entspricht dem Community-Gedanken.“

So werden die Bewohnerinnen und Bewohner selbst, ganz spielerisch, zu Expertinnen und Experten für Ihr Quartier. Sie werden ernst genommen und können „von unten planen“, was ihre Nachbarschaft und ihr Stadtteil brauchen. „Sie kommen miteinander ins Gespräch, beleuchten positive und negative Aspekte des Quartiers. Einige bilden schließlich Interessensgruppen, um sich aktiv an Veränderungsprozessen zu beteiligen“, berichtet Ute Böttcher vom Stadtteilbüro der Caritas.

Gruppen, die aus dem Planning for Real und dem mobilen Nachbarschaftstreff des Stadtteilbüros hervorgehen, gibt es schon einige: Baumpatenschaften, Nimm & Gib Marktreffen, Spieletreffs, Hofflohmärkte. Inzwischen ist auch das Bauamt der Stadt Fürth auf die Idee aufgesprungen.

Um an den Erfolg anzuknüpfen, wird am Modell der Fürther Südstadt weitergebaut. Für das Material zur Umsetzung der dreidimensionalen Stadtpläne und für das Equipment für die „Planungstreffen“ fallen trotz Social Sponsoring durch das FabLab in Fürth und die Unterstützung durch handwerklich geschickte Südstädter Kosten von rund ca. 2.500 Euro Kosten an.

Weitergebaut wird, wenn wieder Geld da ist – fast so wie in Wirklichkeit.

Dass Planning for Real in Fürth auch zukünftig real werden kann, dazu will der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg etwas beitragen. Er verzichtet auf das Versenden von Weihnachtspost und spendet stattdessen 1.000 Euro an das Südstadt-Projekt der Caritas Fürth.

Weitere Infos zum Quartiersprojekt in der Fürther Südstadt finden Sie auf der entsprechenden Seite der Homepage der Caritas Fürth.